BADEN IN SCHÖNHEIT. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Pressevertreterinnen und -vertreter,

 

vom 6. Juni 2020 bis 28. Februar 2021 ist unsere Ausstellung "BADEN IN SCHÖNHEIT. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert" für die Öffentlichkeit zu sehen!

 

Eine Badekur kann Entspannung, Erholung, Heilung, Training, Straffung, Verjüngung, Verschönerung bieten. Wellnessbäder, Fitnessclubs, Körperkult bis zur plastischen Chirurgie, Zahnspangen für Teenager als medizinischer Standard – viele heutige Körpertechniken nehmen ihren Anfang in der Badekultur des 19. Jahrhunderts. Damals mischten sich künstlerische Ideale und medizinischer Fortschritt, Gesellschaftsutopien und Apparatetechnik zu einem neuen Menschenbild. Der Leib war nun nicht mehr Gott und Natur schicksalhaft ergeben. Als Körper wurde er zum Projekt, zum zukunftsoffenen Entwurf.

Die Ausstellung zeigt ein Panorama der künstlerischen und medizinischen Strategien, den menschlichen Leib zu befreien – vom banal Zufälligen, Unidealen oder gar Hässlichen und von Krankheiten, Missbildungen oder Alterungsspuren. Maler, Bildhauer und Fotografen wie Christian Landenberger (1862-1927), Ludwig von Hofmann (1861-1945), Karl Albicker (1878-1961) und Sascha Schneider (1870-1927) feierten den nackten weiblichen wie männlichen Körper beim Baden in freier Natur. Gusseiserne Turnapparate wie der Rumpfdrehstuhl von Gustav Zander (1835-1920) sollten die Gesundheit, aber auch die äußere Erscheinung des Menschenkörpers verbessern. Aus der Bildhauerei wanderte die Idee der freien Formbarkeit der Körperhülle in den frühen Fitnesskult ein.

Forschung und Wissenschaft ermöglichten den immer präziseren Eingriff in die menschlichen Organe und ihre Abläufe. Viele damalige Innovationen und Erfindungen sind bis heute gültig und erfolgreich, weil sie konsequent das Unsichtbare, das körperlich und seelisch Innere, mit dem Sichtbaren, dem Messbaren, Trainierbaren, Operierbaren verknüpften. Die mikroskopische Einsicht in Bazillen und Erreger führte zu allgemeiner Hygiene, klinischer Antisepsis und völlig neuen chirurgischen Möglichkeiten. Ab 1895 konnte mit der Röntgentechnik direkt in das Körperinnere hineingeschaut werden. Die moderne Technik schien eine Art rationalen Gesundheitszauber zu erlauben.

Immer beinhalteten die Therapien Ziele oder Versprechungen, die unter der Hand zu Leitbildern des Körperselbst und Vorschriften der Lebensführung werden konnten. Wie die medizinische Technik experimentierten auch Malerei und Skulptur im 19. Jahrhundert mit der realistischen Erforschung, idealischen Verschönerung und gezielten Optimierung des menschlichen Leibes. So lieferte die Kunst die visuellen Leitbilder für die medizinische Optimierung.

 

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Die unten angegebenen Beschreibungen entsprechen den Bildunterschriften.

 

 

Presseabbildungen - BADEN IN SCHÖNHEIT. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert

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Beschreibung

Vorschau

Schwimmer (JPG, 4.97 MB)

 

Bauchschwimmen und Rückenschwimmen, aus: Friedrich Eduard Bilz (1842–1922): Das neue Naturheilverfahren, Leipzig 1910, Privatsammlung

 

BlickAufSchneider (JPG, 10.18 MB)

Ein Blick in die Ausstellung BADEN IN SCHÖNHEIT: Besucher vor dem Gemälde von Sascha Schneider: Hohes Sinnen (1903), Klassik Stiftung Weimar,

Foto: F. Jesse

HohesSinnen
(JPG, 2.91 MB)

Sascha Schneider (1870–1924),

Hohes Sinnen, 1903, Öl auf Leinwand, Klassik Stiftung Weimar

Skulpturen (JPG, 4.71 MB)

Ein Blick in die Ausstellung BADEN IN SCHÖNHEIT: Skulpturen von Karl Albiker (1878–1961): Liegende (1912/13) und Badende (1909) sowie von Aristide Maillol (1861-1944): Baigneuse debout (Stehende Badende), Foto: F. Jesse

Rumpfdrehstuhl (JPG, 5.51 MB)

Rumpfdrehstuhl nach Gustav Zander (1835–1920), 1880–1900, hergestellt von Schwarz & Co., Deutsches Medizinhistorisches Museum, Ingolstadt. Die Zandergeräte erinnern an Inventar heutiger Fitnessstudios, waren aber bereits um 1900 in Deutschland sehr beliebt.

 

AdolfJust (JPG, 3.32 MB)

Unbekannter Fotograf,
Adolf Just (1859–1935) im Jungborn, 1900,

Förderverein Jungborn Harz e.V.

Adolf Just war als Laienmediziner Gründer der Kuranstalt Jungborn im Harz und ein Verfechter einer streng fleischlosen Kost. Er propagierte die naturgemässe Lebensweise als einziges Mittel zur Heilung aller Krankheiten und Leiden des Leibes, des Geistes und der Seele. Luftbäder sowie Kneippkuren fanden in seiner Kuranstalt Jungborn Anwendung. Jungborn leitet sich vom Begriff des Jungbrunnen ab.

GymnastischeUebungen (JPG, 8.61 MB)

Gymnastische Übungen, in:

Friedrich Eduard Bilz: Das neue Naturheilverfahren, Dresden, Leipzig 1926, Zwischenblatt, Privatsammlung

Wasseranwendungen (JPG, 5.67 MB)

Ein Blick in die Ausstellung BADEN IN SCHÖNHEIT: Wasseranwendungen in der Krankenpflege, in: Anna Fischer-Duckelmann:

Die Frau als Hausärztin, Ein ärztliches Nachschlagebuch der Gesundheitspflege und Heilkunde in der Familie mit besonderer Berücksichtigung der Frauen- und Kinderkrankheiten, Geburtshilfe und Kinderpflege, 1907, Antiquariat Barbian, Foto: F. Jesse

Elektrisierapparate (JPG, 5.08 MB)

   

 

Elektrisieren ist gesund! wirbt der Versandhauskatalog Stukenbrok 1912. Erste therapeutische Versuche mit Elektrizität unternahm bereits seit 1744 Prof. Dr. Johann Gottlieb Kratzenstein (1723–1795). Mit der alltäglichen Verfügbarkeit der Elektrizität wurden die  Elektrisier-Apparate zu Alltagsprodukten und fanden sich alsbald an Bahnsteigen, um den Reisenden fit für die Weiterfahrt zu machen oder zum Wohle der Gesundheit in zahlreichen Haushalten.

Elektrisiergeräte (um 1900) aus dem Technoseum Mannheim, dem Fahrzeug Museum Marxzell und dem Deutschen Medizinhistorischen Museum, Foto: F. Jesse

 

 

 

Roentgen (JPG, 2.69 MB)

Franz Stoedtner (1870–1946),  Roentgen-Untersuchungstisch für Brustkorbdurchleuchtung, 1900/1940, SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Franz Stoedtner-Archiv

Brandung (JPG, 4.45 MB)

Ludwig von Hofmann (1861–1945), Brandung, 1910, Öl auf Leinwand,

Alfons Niedhart, Zürich

BadImWaldsee (JPG, 7.14 MB)

Ludwig von Hofmann (18611945),

Bad im Waldsee, um 1890, Farblithografie auf Papier, Alfons Niedhart, Zürich

Kraftmenschen (JPG, 4.73 MB)

Kraftmenschen, in: Friedrich Eduard Bilz: Das neue Naturheilverfahren, Leipzig 1910

Maillol (JPG, 4.90 MB)

Aristide Maillol (18611944),
Baigneuse debout (Stehende Badende), 1900, Bronze, Sandguss, Foto: Kunsthalle Mannheim / Cem YŸcetas

Glaubensbekenntnis (JPG, 8.08 MB)

Honoré Daumier (18081879), EIN GLAUBENSBEKENNTNIS.

Ja Monsieur, ich habe meine politische Position klar und offen vor dem Land entblösst. Ich war sicher, dass meine aufrichtige Liebe zu unserem System mich würdig machen würde, meine Mitbürger zu vertreten... ich habe mich offensichtlich getäuscht Monsieur, sehr getäuscht!!, in: Le Charivari, 23.09.1842, Kolorierte Lithografie, Sammlung Dieter Ante

Prothesen (JPG, 6.69 MB)

Ein Blick in die Ausstellung BADEN IN SCHÖNHEIT: Prothesen aus dem 19. Jahrhundert, dem Jahrhundert der allgemeinen, auch der medizinischen Wissensexplosion und in Folge nicht weniger Kriege, ein immer häufiger angewandtes und optimiertes Hilfsmittel, Foto: F. Jesse

Roentgengeraet (JPG, 4.19 MB)

Ein Blick in die Ausstellung BADEN IN SCHÖNHEIT: Besucher vor einem der ersten Röntgengeräte,  C. G. R. Compagnie Generale De Radiologie, Paris (1920–30), Technoseum Mannheim, Foto: F. Jesse

Badewannen (JPG, 5.21 MB)

Ein Blick in die Ausstellung BADEN IN SCHÖNHEIT: Verschiedene Wannen für therapeutische Anwendungen und das heimische Badezimmer (ab 1870-1920), Foto: F. Jesse