Nur noch bis 4. September 2016:

Andreas Achenbach: Große Marine mit Leuchtturm, 1836
Öl auf Leinwand, Privatsammlung

ANDREAS ACHENBACH. Revolutionär und Malerfürst

Letzte Woche der Ausstellung im Museum LA8 in Baden-Baden

 

Die bedeutende Achenbach-Ausstellung im Museum LA8 in Baden-Baden geht dem Ende zu – bis Sonntag, den 4. September 2016 wurde sie verlängert, ab Herbst 2017 wird sie dann im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu sehen sein.

Die Ausstellung „Andreas Achenbach. Revolutionär und Malerfürst“ hat eine Wiederentdeckung und Neubewertung dieses Malergenies des 19. Jahrhunderts ausgelöst. Sie zeigt einen Überblick über das Lebenswerk Achenbachs – sein grafisches Schaffen ebenso wie eine vorzügliche und umfangreiche Auswahl seiner Gemälde – allesamt bisher selten oder nie öffentlich präsentiert. Die umfassende Überblicksausstellung im Museum LA8 steht im größeren Zusammenhang der weiteren Forschung und Sicherung des Werkes dieses bedeutenden Vertreters der Düsseldorfer Malerschule – möglich gemacht durch einen privaten, Baden-Badener Leihgeber. Nach der Eröffnung im Museum LA8 ist es zur Übernahmevereinbarung der Ausstellung ins renommierte Mittelrheinmuseum Koblenz gekommen – eine aktuelle Hommage an den rheinischen Meister des 19. Jahrhunderts. 


Bereits als 20-Jähriger verkaufte Achenbach sein erstes großes Gemälde an Prinz Friedrich von Preußen. Wenig später fertigte Achenbach bissige Karikaturen für die Düsseldorfer Malerschule an, die sich mit der Preußenpolitik während der 1848er Revolution auseinandersetzten. Zugleich zählte Andreas Achenbach zu den wenigen Künstlern seiner Zeit, die in ihrer Kunst unabhängig waren, für den freien Kunstmarkt produzierten und davon sehr gut leben konnten. Als Künstler erreichte er alles, was ein Maler und Grafiker damals in Deutschland und im internationalen Raum erreichen konnte: ein großartiges, umfangreiches Werk, Ruhm und höchste Anerkennung auch unter den Künstlerkollegen, gesellschaftlichen Aufstieg und bei alledem persönliche Unabhängigkeit. In seinem langen Leben versteckte er seine freiheitliche Gesinnung nicht vor dem preußischen Obrigkeitsstaat. 


Die Ausstellung präsentiert auch seine politischen Karikaturen, die um das Revolutionsjahr 1848 zu den schärfsten zählten. Die mehrmals angebotene Erhebung in den Adelsstand lehnte Achenbach beharrlich ab - der Malerfürst blieb bis zu seinem Tod in seinem 95. Lebensjahr Revolutionär. Die Schau wird begleitet von einem umfangreichen Essayband mit zahlreichen Abbildungen und entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Irene Haberland, Wolfgang Peiffer und Dr. Barbara Wagner. 


Im Anschluss zeigt das Museum LA8 ab dem 24. September 2016 die Ausstellung: TECHNISCHE PARADIESE. Zukunft in der Karikatur des 19. Jahrhunderts.

 
Andreas Achenbach: Große Marine mit Leuchtturm, 1836
Öl auf Leinwand, Privatsammlung

Ausstellung „Andreas Achenbach. Revolutionär und Malerfürst“

verlängert bis zum 4. September 2016

 

Seit dem 19. März 2016 zeigt das Museum LA8 in Baden-Baden die Ausstellung „Andreas Achenbach. Revolutionär und Malerfürst“. Er ist eine Jahrhundertfigur. Als Künstler erreichte Andreas Achenbach alles, was ein Maler und Grafiker im 19. Jahrhundert in Deutschland und im internationalen Raum erreichen konnte: ein großartiges, umfangreiches Werk, Ruhm und künstlerische Anerkennung, dauerhaften Erfolg auf dem deutschen und internationalen Kunstmarkt, Ansehen unter den Kollegen der Düsseldorfer Malerschule, Reichtum, gesellschaftlichen Aufstieg und bei alledem persönliche Unabhängigkeit. In seinem langen Leben (1815 - 1910) versteckte er seine freiheitliche Gesinnung nicht vor dem preußischen Obrigkeitsstaat. Seine politischen Karikaturen, etwa „Vergessen“ aus der Revolutionszeit um 1848, waren die schärfsten. Dessen ungeachtet gehörte das preußische Herrscherhaus ebenso wie der Großherzog von Baden zu seinen Auftraggebern und Käufern. Die mehrmals angebotene Erhebung in den Adelsstand lehnte Achenbach beharrlich ab. Der Malerfürst blieb immer auch Revolutionär.

 
Andreas Achenbach: Küstenlandschaft, 1837
Öl auf Leinwand, Privatsammlung

Gegenüber den rasanten Innovationsschüben des frühindustriellen Zeitalters zeigte sich Achenbach als ruhiger Beobachter jenseits von Technikverherrlichung oder –verteufelung. Mit realistischem Blick verfolgte er den Konflikt zwischen Mensch und Natur, festem Land und wilder See, zivilisatorischer Bändigung der Natur und deren großen, ebenso zerstörerischen wie bezaubernden Kräften. Ohne stilistisch im Spätromantischen zu verharren, hält sein Werk die ungelöste romantische Frage das 19. Jahrhundert hindurch offen: das Paradox einer Sehnsucht nach unberührter Natur bei deren gleichzeitiger rationalen und industriellen Nutzung und Verwertung.

 

Schon früh in seinem künstlerischen Talent erkannt und gefoerdert, befasste sich Andreas Achenbach intensiv mit den Landschaften Russlands, Englands, Skandinaviens und Italiens wie auch der näheren Umgebung Düsseldorfs und den Niederlanden. So unterschiedlich diese Landschaften in ihren Charakteren erschienen, so komplex war auch die Person Andreas Achenbach.

 
Andreas Achenbach: Vergessen – die
erfrorene Schildwache („Sei getreu bis in den Tod…“), Lithografie, Düsseldorfer
Monathefte, 1847/48, Privatsammlung

Die Ausstellung würdigt den vielseitigen Künstler mit Einblicken in sein reichhaltiges Schaffen: grandiose Landschaften des Südens und Nordens, dramatische Seestücke, aber auch Farbskizzen.

 

Die Werke stammen aus einer bisher kaum gezeigten Privatsammlung und dokumentieren erstmalig alle Schaffensbereiche und –perioden: Gemälde, Aquarelle, Oelstudien, konzentrierte Notate seiner vielen Reisen, Karikaturen, Skizzenbücher und Autografen sowie die umfangreichste Sammlung von Druckgrafik einschließlich der politischen Karikaturen.

 

Die Ausstellung wirft auch einen Blick auf den zeitgenössischen Kunstmarkt und spürt den Kritiken nach, die den Künstler zu dem machten, was er war: ein malender „Herrscher über Land und Meer“ (wie ein Interpret ihn 1861 pries), der in seinem 95. Lebensjahr starb, zahlreiche Turbulenzen politischer wie gesellschaftlicher Art durchlebte und sich dabei stets treu blieb.

Die Schau wurde verlängert bis zum 4. September 2016 und wird begleitet von einem umfangreichen Essayband mit zahlreichen Abbildungen.

 

Die Ausstellung wirft auch einen Blick auf den zeitgenössischen Kunstmarkt und spuert den Kritiken nach, die den Künstler zu dem machten, was er war: ein malender „Herrscher ueber Land und Meer“ (wie ein Interpret ihn 1861 pries), der in seinem 95. Lebensjahr starb, zahlreiche Turbulenzen politischer wie gesellschaftlicher Art durchlebte und sich dabei stets treu blieb.

Die Schau ist bis zum 04. September 2016 zu sehen und wird begleitet von einem umfangreichen Essayband mit zahlreichen Abbildungen.

 

Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst

 

TECHNISCHE PARADIESE. Die Zukunft in der Karikatur des 19. Jahrhunderts

Ab dem 24. September 2016 zeigt das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts die Ausstellung

„TECHNISCHE PARADIESE. Zukunft in der Karikatur des 19. Jahrhunderts“.


Maschinen können sogar witzig sein, besonders wenn man sie das erste Mal sieht. Die großen technischen Neuerungen des 19. Jahrhunderts, die Dampfmaschine, die Eisenbahn, die Dampfschifffahrt, die Fotografie, die Telegrafie und dann Telefonie, das Automobil, – all das kam relativ rasch im damaligen Alltag an, zuerst in den großen Städten, aber bald auch auf dem Land, den Flüssen und an den Küsten. Die Beschleunigung der Produktionsabläufe und Reisewege, etwa durch massive Flussbegradigungen und Tunnelbau, veränderten die althergebrachte Wahrnehmung von Zeit und Raum. Dies alles geschah zugleich offensichtlich und im Verborgenen, war unübersehbar und doch in seiner tieferen Bedeutung schwer zu fassen. Es tat sich ein Spalt auf zwischen der rasanten Technikentwicklung einerseits und der tastenden, unausweichlich von Zögern und Zweifeln begleiteten, kulturellen Deutung andererseits. Gesucht wurde nach einem angemessenen Umgang mit der neuen, ebenso hilfreichen wie beunruhigenden Mitspielerin im Alltag, die den Menschen entlastete, indem sie ihn auch ein wenig enteignete: der Maschine. 


Wenn Neuigkeiten die Lebenswelt grundlegend verändern, sind die ersten spontanen Reaktionen später besonders aufschlussreich. Die Karikatur war das ideale Medium, um die Überraschung, die ungläubige Bewunderung, die Begeisterung und die Befürchtungen der Zeitgenossen auszudrücken. Als Kunst für das Aktuelle und für ein großes Publikum begleitete die Karikatur den revolutionären Aufstieg der Maschine von Nahem. Je mehr die Karikatur in hohen Auflagen und in Zeitungen zum visuellen Massenmedium wurde, desto mehr verdankte sie ihren eigenen Erfolg den Maschinen, den stetig verbesserten Druckerpressen. Das hielt die Karikaturisten nicht davon ab, dem industriellen Fortschritt ihren Spott gegenüberzustellen. Sie fragten, was das Prusten von „König Dampf“, die tierische Wildheit der „Dampfrösser“ und überhaupt die überwältigenden Fähigkeiten der Maschinen für die Menschen auf ihrem damals beginnenden Weg ins – versprochene – technische Paradies bedeuteten, in dem wir bis heute leben. 


Das Museum LA8 zeigt in seiner Ausstellung die großen Namen der europäischen Karikatur des 19. Jahrhunderts, wie sie die Segnungen der Technik kommentierten, unter anderem George Cruikshank, William Heath, Grandville, Honoré Daumier und Albert Robida. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts LA8, Baden-Baden, des Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover und des Historischen Zentrums Wuppertal. Die Schau ist bis zum 5. März 2017 zu sehen und wird begleitet von einem umfangreichen Essayband mit zahlreichen Abbildungen.

 

 

 

Technische Paradiese