Stadtgeschichte

Das gleich zu Beginn der Lichtentaler Allee in unmittelbarer Nähe zu Theater und Kurhaus gelegene Palais wurde 1820 von einem Baden-Badener Bauunternehmer errichtet. Es diente ab September 1821 als Wohnsitz der schwedischen Königin Friederike. Ein großzügiger Garten erstreckte sich parallel zur Flaniermeile der Gäste. Friederike kehrte 1809 nach der Absetzung ihres Mannes Gustav VI. Adolf von Schweden in ihre badische Heimat zurück und ließ sich dauerhaft in Baden-Baden nieder. Das Palais wurde zum Anziehungspunkt erster Besucher aus dem europäischen Hochadel und trug zur Steigerung der Attraktivität der Stadt bei. Nach ihrem frühen Tod (1826) ging das Gebäude in den Besitz des Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen-Kassel über. Er richtete das Palais für seine langjährige Geliebte und in den Adelsstand erhobene Gräfin von Reichenbach-Lessonitz ein.

Für die Jahre 1842 bis 1854 wird der Frankfurter Bankier Amschel Mayer Rothschild als Eigentümer des Palais genannt. Er veräußerte seinen Besitz an den Badfonds, der 1850 zum Aufbau der städtischen Infrastruktur eingerichtet wurde. Edouard Bénazet, ein früher Tourismusunternehmer und Mäzen, mietete das Anwesen. Als Pächter der Spielbank hatte er großen Einfluss auf die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt. Er vermochte es, das Palais zu einem exklusiven Treffpunkt der zur Sommerhauptstadt Europas avancierten Stadt Baden-Baden zu machen. Bénazet veranstaltete seit 1858 in Iffezheim Pferderennen, die noch heute als bedeutende Turf-Wettkämpfe großen Zuspruch beim Publikum finden. Um diese Sportereignisse finanzieren zu können, setzte er Einnahmen aus der gut florierenden Spielbank ein.

Nachdem die Spielkonzession für Glücksspiele im gesamten deutschen Reich 1872 erloschen war, übernahm der im selben Jahr gegründete Internationale Club die Organisation der Pferderennen. Das Palais in der Lichtentaler Allee, das sich weiterhin im Besitz des Landes befand, vermietete die Räumlichkeiten an den Internationalen Club. Dieser führte die Tradition Bénazets fort und machte die Gesellschaftsräume als Veranstaltungs- und Repräsentationsort einem erlesenen Publikum zugänglich.

In Fortführung dieser Geschichte wird das Haus seit April 2009 durch ein erlesenes kulturelles Programm wiederbelebt. In Abweichung von dieser Tradition werden die Veranstaltungen jedoch nicht nur für einen exklusiven Personenkreis durchgeführt, sondern sollen allen Interessierten die Möglichkeit bieten, daran teilzuhaben, insbesondere auch Schulklassen und Familien.