Musik! Die Berliner Philharmoniker im 19. Jahrhundert. Die Entstehung eines Weltorchesters

21. März bis 30. August 2015

 

Es begann mit einem Krach. 1882 wollten sich die Orchestermusiker nicht mehr als Mietkapelle auf lange, schlecht bezahlte Reisen schicken lassen. Mit Hilfe des ebenso kenntnisreichen wie tatkräftigen Konzertveranstalters Hermann Wolff (1845–1902) hoben sie das Berliner Philharmonische Orchester aus der Taufe – die Geburt eines Weltorchesters aus dem Geist musikalischer Selbstbestimmung. In die turbulente Anfangsphase sorgte vor allem der Beethoven-Spezialist und Brahms-Freund Franz Wüllner als Dirigent für höchstes künstlerisches Niveau und kreative Struktur. Schnell etablierten sich die Berliner Philharmoniker als das führende Orchester mit eigener fester Spielstätte sowie Abonnementpublikum im Berliner Musikleben. Unter ihren charismatischen Leitern Hans von Bülow und Arthur Nikisch wurden sie bald Maßstab gebend für das internationale Musikgeschehen. Die bedeutendsten Komponisten der Zeit wie Johannes Brahms, Peter Tschaikowski, Gustav Mahler und Richard Strauss dirigierten persönlich Aufführungen ihrer Werke durch die Berliner Philharmoniker.

 

Die Ausstellung zeigt unter anderem die prägenden Persönlichkeiten der Frühgeschichte der Berliner Philharmoniker in Porträts und Lebenszeugnissen, die fortschreitende Professionalisierung und soziale Absicherung des Musikerberufes, den historischen Instrumentenbau und erinnert an bemerkenswerte Einzelereignisse wie die Telefonübertragung einer Wagner-Aufführung im Jahr 1883. Mit Max Liebermanns Blick in die Oper, bei der die Staatskapelle der Berliner Symphoniker den Ton angaben, zeigt die Ausstellung auch die Konkurrenzsituation im Berlin um die Jahrhundertwende. Lesser Urys Porträt des Solisten Bronislav Huberman und des Theaterkritikers Otto Brahm runden das Konzept der bürgerlichen Hochkultur zur Kaiserzeit ab.

 

Wir gratulieren zur Wahl des künftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko.

 

 

 

 

 

Eine Kooperation der Grenke-Stiftung

mit dem Archiv der Berliner Philharmoniker

 

unsere nächste Ausstellung im Museum LA8: Die Preußen im Westen. Kunst, Technik und Politik im 19. Jahrhundert

Caspar Scheuren, Das ganze Deutschland soll es sein

19. September 2015 bis 28. Februar 2016

 

Die Ära der Preußen prägt bis heute das Erscheinungsbild der Rheinlande – in den Restaurierungen der Rheinburgen, der Vollendung des Kölner Domes, die Wiederentdeckung der Porta Nigra als historisches Monument in Trier. Selbst der Aufstieg von Baden-Baden zur Sommerresidenz der Könige und Diplomaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wäre ohne den Einfluss der Preußen im Westen nicht zustande gekommen oder ganz anders verlaufen.

 

Die Gründung der preußischen Rheinprovinz nach dem Wiener Kongress war ein politisches, aber auch ein ästhetisches Ereignis. Die preußischen Prinzen ließen rheinische Burgruinen restaurieren und damit zugleich eine vermeintlich urdeutsche Vergangenheit. Sie förderten den wirtschaftlichen Aufstieg einer vernachlässigten Region durch Eisenbahnlinien und Tourismus. Davon profitierte auch Remagen mit dem Bahnhof Rolandseck. Während sich der preußische Einfluss im Rheinland in Bauten und Verwaltungsstrukturen in den Jahrzehnten nach 1815 deutlich manifestierte, wurde das Großherzogtum Baden erst nach den revolutionären Konflikten 1848/49 zum politischen und dynastischen Partner der Hohenzollern.

 

Unter dem preußischen Motto „Das ganze Deutschland soll es sein“ widmet sich die Ausstellung in Baden-Baden dieser politischen und zugleich ästhetischen Aneignung der Rheinlande und Badens mittels Gemälden, Grafikzyklen und Souvenirs. Dass dies nicht unkommentiert blieb, bezeugen karnevaleske Verkleidungen der Roten Funken wie auch Karikaturen von Honoré Daumier.

 

Die Ausstellung entstand unter kuratorischer Mitarbeit von Dr. Irene Haberland und in Kooperation mit dem Arp-Museum Bahnhof Rolandseck. Dort ist sie zwischen 1. Mai und 16. August 2015 unter dem Titel „Des Königs Traum. Friedrich Wilhelm IV. und der romantische Rhein“ zu sehen. Nähere Informationen unter http://www.arpmuseum.org/index.html

 

Weitere Informationen zur umfangreichen Veranstaltungsreihe aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums finden Sie unter http://www.danke-berlin-2015.de/home/